Das Schützenjahr 2005

Schon früh im Jahr begann die Bruderschaft mit Ihrem neuen Geschäftsjahr. Es war der 18. Februar, zu dem der Vorstand die gesamte Mitgliedschaft in das Haus Pattern eingeladen hatte. Es hieß wieder "Jahreshauptversammlung". Anders als sonst traf man sich vor dieser Versammlung zunächst in der Pfarrkirche in Niedermerz, um gemeinsam dem Gottesdienst beizuwohnen. Gottes Segen wird wohl gut getan haben, denn die Versammlung verlief äußerst ruhig und geradlinig. Es wurden die üblichen Punkte einer solchen Versammlung abgehalten. Unter anderem stand auch wieder eine Neuwahl der 1. Garnitur des Vorstands an. Als neue 1. Garnitur wurde die alte Besetzung wieder gewählt, so dass die neue 1. Garnitur auch gleichzeitig die alte ist und zwar Brudermeister Freddy Höppener, Geschäftsführer Karl Heinz Buchwald, Kassierer Franz Mürkens, Beisitzer Willi Topp, Organisator Walter Kück, Schießmeister Hans Rennett und Jungschützenführer Walter Fiedler. Insgesamt konnte man feststellen, dass es einige gute Gespräche über das ein oder andere Thema gab. Besonders souverän wurde die gesamte Mannschaft auf das nächste Jahr eingestimmt. Was es sonst noch zu erwähnen gab, kann im Protokoll nachgelesen werden, das erneut ganz hervorragend von unserem Geschäftsführer aufgestellt und eigentlich wie immer auch ohne Beanstandungen von der Versammlung akzeptiert wurde. Ach ja, ein besonderer Dank galt an diesem Abend den beiden Helfern Sascha und Marcel, die die Versammlung bestens mit Getränken versorgten.

Schon kurz nach der Jahreshauptversammlung ging es weiter im Reigen, der sich alle Jahre wiederholenden Ereignisse. Am 27. Februar dieses Jahres, wie zu ersehen bereits sehr früh im Jahr, startete die Bruderschaft das Unternehmen "Königsvogelschuss". Es tut immer wieder gut, die Schützenfamilie gemeinsam in der Kirche zu sehen, und so war es auch an diesem Sonntagmorgen. Unser Präses Pastor Maqua begrüßte die Kirchengemeinde und besonders die Matthäus-Schützen, die sich Gottes Segen für einen hoffentlich erfolgreichen Tag abholten. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, was der Verlauf des Tages so bringen sollte. Etwas ganz besonderes brachte uns zunächst einmal der Umzug von der Pfarrkirche Niedermerz zum Haus Pattern, denn erstmals, zumindest seit der Umsiedlung, marschierten die Offiziere begleitet vom Trommelcorps Pattern durch verschneite Straßen. Dies aber sollte kein schlechtes Omen sein, denn der Ort des Geschehens füllte sich recht schnell und so sollten die Wettkämpfe allesamt in einer wunderbaren Atmosphäre stattfinden.

Bestens bedient von unseren inaktiven Freunden machten wir aktive Schützen uns ans Werk. Zunächst erlebte die versammelte Gemeinschaft einen mitreißenden Wettkampf der Schülerschützen. Dies war nichts Außergewöhnliches, waren diese Wettkämpfe doch seit vielen Jahren von großer Spannung geprägt. Mit dem 61. Schuss fiel der Vogel von der Stange. Alle Schüler lagen sich in den Armen und weinten, zunächst der ein oder andere etwas aus Verzweiflung, es nicht geschafft zu haben, dann aber vor Freude mit dem Mitstreiter und Gewinner Fabian Tolsma. Angestachelt von einem Nichtoffizier, nämlich Patrik Dohmen, der aber leider den Wettkämpfen letztendlich doch fernblieb, besinnten sich aber auch zwei unserer Jungschützen der Möglichkeit, auf die Prinzenwürde zu schießen und so freuten sich alle, dass es nach jahrelanger Abstinenz endlich wieder einmal gelang, einen Prinzenwettbewerb auf die Beine zu stellen. Diesen Wettkampf entschied letztlich Marcel Höppener mit dem 44. Schuss zu seinen Gunsten. Hier fiel die Gratulation der beiden Kontrahenten schon etwas cooler aus, denn Sascha Kück konnte es sehr gut verschmerzen, seinem Vetter den Vortritt zu lassen.

Es folgte nun der nicht mit weniger Spannung erwartete Königsvogelschuss. Auch hier sahen wir einen kurzweiligen Wettkampf, der aufzeigte, dass es noch einige Anwärter auf den Thron bei St. Matthäus gab. Man beobachtete den Wettkampf intensiv und vor allen Dingen waren es die Anwärter auf den Thron, die immer wieder hofften, im rechten Moment das Gewehr in der Hand zu halten, um den finalen Schuss abgeben zu können. Dann geschah das Kuriose: Norbert Pinell wurde von Schießmeister Hans Rennett aufgerufen, seinen Schuss abzugeben, just in einem Moment, wo noch gar keiner so recht mit einem Fallen des Vogels rechnete. Norbert gab seinen Schuss ab, es war der insgesamt 32. auf den Königsvogel, und dachte dann auch schon an wieder einmal eine vergebene Mühe. Er hatte sich schon vom Stand weggedreht, als der hölzerne Vogel, gerade als hätte dieser sich ein solches Szenario ausgedacht, so sein Haupt neigte und sich auf den Boden fallen ließ. Zunächst sah man großes Erstaunen allerorts, vor allen Dingen sah man das ungläubige Gesicht des neuen Königs, welches sich aber in Sekundenbruchteilen in eine riesige Freude umwandelte. Norbert Pinell, der es seit vielen Jahren immer wieder neu versuchte, ohne aber mit Gewalt etwas heraufbeschwören zu wollen, hatte nun endlich einmal das Glück, dass einfach in Neu Pattern dazu gehört, um Schützenkönig zu werden.

So freute sich die ganze Schützenfamilie, dass man die Majestäten für das kommende Jahr ermittelt hatte. Es fiel dem Brudermeister Höppener an diesem Nachmittag sichtlich leicht, die Proklamation durchzuführen, denn was er zu vermelden hatte war ausnahmslos positiv. Bei den scheidenden Majestäten bedankte sich der Brudermeister und erwähnte besonders, dass Walter Kück trotz der Königswürde, das Amt des Organisators weiter bekleidet hatte und sich auch mit Königswürde nicht zu Schade war, die vielfältigen Aufgaben weiter zu erfüllen. Auch Schülerprinzessin Simone Tolsma bekam nur Lob zu hören, denn sie war an allen Veranstaltungen zugegen und hatte mit ihrer ruhigen Art die gesamte Schülermannschaft hinter sich.

Den neuen Würdenträgern wurde vom Brudermeister die volle Unterstützung der Bruderschaft zugesagt. Er gratulierte noch einmal allen recht herzlich und wünschte ein gutes Gelingen und ein unvergessenes Jahr für alle Würdenträger.

Da die St. Josef Schützenbruderschaft aus Koslar einen sehr engen Kontakt mit den Schießsporttreibenden der Bruderschaft unterhält, war es für uns eine schöne Verpflichtung, mit einer großen Zahl an Schützen zur Delegiertenversammlung zu erscheinen und uns dort bestens zu präsentieren. Dies gelang der Abordnung auch ganz besonders, denn der Brudermeister musste schon ein Machtwort sprechen, damit die mitgereisten Schützen den Versammlungsort auch noch rechtzeitig in Richtung Heimat verließen.

Die im Bezirksverband ausgeführten Bezirksmeisterschaften, die im Frühjahr auf verschiedenen Schießständen ausgeführt wurden, waren für uns ein voller Erfolg. Vor allen Dingen unsere Schüler holten die vordersten Plätze und zeigten, dass unsere Schülerabteilung auf dem rechten Weg ist. Aber auch unsere Frauen bewiesen, dass sie immer für eine der vorderen Platzierungen gut sind.

Das kurz darauf stattfindende Bezirksprinzenschießen wurde von unseren Teilnehmern auch besucht. Hier war der Erfolg noch größer. Zwar konnte unsere Simone nicht den Titel der Schülerprinzessin erringen, doch mussten alle Anwesenden der Schülerprinzessin aus Pattern bescheinigen, den Vogel derart verletzt zu haben, dass es dem nächsten Schützen ein leichtes war, den Vogel von der Stange zu holen. Als zweite war aber Simone noch qualifiziert, an den Diäzosanschießen teilzunehmen.

Das anschließende Prinzenschießen konnte Marcel Höppener für sich entscheiden. Mit guten 27 Ringen entschied er den Kampf um die Bezirksprinzenwürde eindeutig für sich. Wir konnten festhalten, dass wir auch in diesem Jahr wieder einmal im Bezirksverband vertreten waren.

Nun stand es aber endlich an, unser Schützenfest. Von langer Hand geplant, hieß es nun zur Tat zu schreiten und alle üblichen Vorbereitungen zu treffen. Die letzten Jahre hatten bereits gezeigt, dass es hier nichts zu bemängeln gab, aber in diesem Jahr fiel besonders auf, dass alle sich engagierten und auch mithalten, um schnell und gut durch die Vorbereitung zu kommen. So war es dann auch nicht verwunderlich, das die Stimmung in der Mannschaft wirklich prima war. Die Arbeit ging gut von der Hand und die Abende wurden von mal zu mal besser. Ein kleiner Höhepunkt erlebte die arbeitende Truppe an Donnerstag beim Königspaar. Hier wurde bereits ein wenig Schützenfest gefeiert. Es sah also recht gut aus für das bevorstehende Fest.

Wir hatten uns wieder einmal entschieden, eine Jugenddisco durchzuführen, und die Zeichen standen nicht schlecht. In Eigenregie hatten die Jugendlichen diesen Tag vorbereitet und auch publik gemacht und so sah man diesem Fest gelassen entgegen.

Es war auch ein viel versprechender Anfang, der sich uns dortauftat. Im Festzelt hatte sich eine schöne Ansammlung junger Menschen gefunden, die alle ihren Spaß hatten und zu der für die Alten viel zu lauten Musik sich vergnügten. Doch was drinnen im Zelt so schön war, wie es aussah, das war vor dem Zelt alles andere als ansehnlich. Eine Gruppe Jugendlicher, angezogen wahrscheinlich von der guten Werbung für diesen Abend versuchte, nicht nur die friedlich feiernden Jungen und Mädchen zu stören, nein man wollte randalieren und das tat man auch. Gott sei dank waren viele der Erwachsenen im Haus Pattern vor Ort, um beim traditionellen Fassanstich dabei zu sein, so dass in kurzer Zeit eine gewisse Präsenz gezeigt werden konnte. Dies war aber noch zu wenig und ein sich bedroht fühlender Schausteller rief kurzerhand die Polizei zu Hilfe. Dies hatte dann zur Folge, dass sich innerhalb kurzer Zeit acht Polizeieinsatzfahrzeuge auf dem Kirmesplatz eingefunden hatten, um hier nach dem rechten zu sehen. Wie üblich, so hatten sich aber auch schnellstmöglich die jugendlichen Randalierer verzogen, so dass anschließend wieder Friede einkehren konnte und der Abend doch noch gut über die Bühne ging.

Noch ein wenig gezeichnet von den Vorkommnissen des Vorabends machten sich die Offiziere am Samstag an die Arbeit und schmückten die Residenzen. Hier ging es dann wieder gewohnt locker zu und man merkte allen Beteiligten an, dass sich alles auf das bevorstehende Schützenfest freute. Spätestens gegen 18 Uhr, genau zu dem Zeitpunkt, wenn zum ersten Mal Schützenuniformen auf der Straße zu sehen sind, dann ist es auch offiziell so weit. Man trifft sich zum Abholen der Majestäten. So war es auch an diesem Abend. Man traf sich am Haus Pattern, um die allesamt im Patterner Ring wohnenden Majestäten abzuholen. Zusammen mit den Spielmannszügen aus Dürboslar und Pattern sowie der West Studio Band aus Eschweiler marschierte eine ansehnliche Formation durch den Ort und auch von Residenz zu Residenz, um nacheinander den Schülerprinzen, den Prinzen und das Königspaar abzuholen. Es fehlte natürlich nicht an den meist üblichen Huldigungen beim Halt an den einzelnen Stationen, so dass man erst kurz nach 20 Uhr sich anschickte, den Weg zum Festzelt anzutreten. Es folgte ein schöner Familienball, der aber in Vorjahren auch schon mal ein wenig mehr besucht worden war. Der Sonntagmorgen brachte uns wie nicht anders zu erwarten, einen angenehmen Dienst, nämlich den Besuch der Krönungsmesse in der Pfarrkirche zu Niedermerz. Unser Präses Pastor Maqua fand einmal mehr lobende Worte für die scheidenden Majestäten und wünschte bei der Segnung der neuen Majestäten, diesen ein gutes von Gott begleitetes Jahr ihrer Regentschaft. Gestärkt durch Gottes Segen machte sich die Bruderschaft auf den Weg Richtung Neu-Pattern wo man mit Totengedenken und Frühschoppen den Vormittag verbrachte.

Bereits ab 14 Uhr trafen die ersten Vorboten der eingeladenen Vereine ein und das Festzelt füllte sich mehr und mehr. So konnte sich dann auch rasch und pünktlich der Festzug in Bewegung setzen. Nach langer Zeit war es der Bevölkerung noch einmal vergönnt, die Majestäten in einer Kutsche fahrend zu erleben. Unser Königspaar hatte einen Vierspänner geordert und genoss sichtlich das begeisterte und reichlich vorhandene Publikum am Straßenrand. Auch für die beiden Prinzen war es ein Erlebnis, den Festzug einmal ganz relaxt zu erleben. Die Schausteller hatten sich ein wenig breit gemacht um auch der wachsenden Anzahl von Kindern genügend Aktivitäten zu bieten und so mussten sich die Verantwortlichen bezüglich des Vorbeimarsches etwas einfallen lassen. Man beschloss den diesjährigen Vorbeimarsch auf der Niedermerzer Straße abzuhalten, gerade dort, wo man auch beim Jubelfest im Jahre 2002 den Vorbeimarsch abgehalten hatte. Eine Überlegung, die auch für die kommenden Jahre angestellt werden sollte. Insgesamt sahen die Besucher einen sehr ansprechenden Festzug mit guter Musik und vielen Teilnehmern, bei denen sich unser Brudermeister im Festzelt bedankte. Unsere Frauen hatten erneut ein herrliches Kuchenbuffet auf die Beine gestellt, so dass auch den kulinarischen Genüssen Genüge getan werden konnte. Der Nachmittag verflog wie im Fluge und schon schnell konnte man die Helfer des Königspaares sehen, wie sie alles für den bevorstehenden Königsball herrichteten. Wir alle freuten uns schon auf diesen Abend und so sollte es dann auch ein wunderschöner Abend werden.

Es ist für die Kenner der Patterner Schützenszene schon längst nichts neues mehr, dass man einen durchaus geordneten und sehr angenehmen Königsball erlebt. Einer guten Einleitung durch unseren Brudermeister, bei der er wieder einmal alle befreundeten Vereine begrüßen konnte, schloss sich ein wirklich sehenswertes Programm an, bei der unsere Frauenriege auch in diesem Jahr durch einen wunderschönen Auftritt für Aufsehen sorgte. Aber nicht nur die Frauen, auch die engagierten "Jungen Trompeter" passten genau in das Bild des Abends. Sehr stimmungsvoll und der Angelegenheit auch durchaus angemessen brachten die beiden Trompeter es fertig, für die richtige Atmosphäre zu sorgen. Sie begeisterten das anwesende Publikum. Der anschließende Königswalzer war der Höhepunkt eines schönen und kurzweiligen Abends, der uns alle, besonders aber unseren Majestäten, noch lange in bester Erinnerung bleiben werden, ganz besonders bei unserem Königspaar Rita und Norbert Pinell. Es ist nichts neues, wenn der Erzähler noch berichten muss, dass der Abend für sehr viele noch lange nicht vorüber war, denn unser Königspaar wurde selbstverständlich mit dem notwendigen Respekt und einer ansehnlichen Eskorte in die Majestätenresidenz gebracht. Hier gaben sich die Majestäten auch sehr bürgerlich und gesellten sich zu der Schar der noch mitgereisten Normalschützen, so dass man noch lange nicht an das Zu Bett gehen dachte.

Dass es etwas später geworden war, konnte man dem ein oder anderen Schützen am Vormittag des Schützenfest-Montages noch anmerken und obwohl unser Präses Pfarrer Maqua es gut mit uns meinte und den Dankgottesdienst erst um 10:30 Uhr anfingen ließ, steckte einigen doch noch der harte aber schöne Sonntag in den Knochen. Trotzdem war der Dankgottesdienst sehr gut besucht und so konnte man auch angemessen unserem Herrn wieder danken für ein bis dahin bestens abgelaufenes Schützenfest.

Der Frühschoppen am Montag fängt immer später an. Dies konnten wir auch in diesem Jahr wieder einmal feststellen. Wenn er dann auch ein wenig später anfängt, dann soll er auch ein wenig länger dauern. So sollte man auch meinen, wenn man sieht, dass dieser letzte Höhepunkt des Festes auch immer später endet. Unser Festwirt hatte am Montag noch große Bedenken, was sein Umsatz anbelangte, aber am Ende eines solchen Tages musste auch er mit seiner Meinung zurückrudern und etwas zufriedener reinschauen. Der Besuch war nach einigen Jahren der Stagnation wieder einmal sehr gut und die Stimmung war über den ganzen Tag verteilt einfach prima. So blieb es denn auch nicht aus, dass auch unsere Majestäten, König Norbert und seine Gattin Rita, aber auch unser Prinz Marcel es bis zu den Abendstunden aushielten um sich mit ihrem Volk auseinander zu setzen. Auch der Erzähler kann glücklich feststellen, dass es ein schöner familiärer Ausklang eines gelungenen Festes war

Die Ausgänge führten uns in der Folgezeit zunächst nach Schleiden, Lohn und Aldenhoven, sowie nach Dürboslar. Hier waren wir stattlich vertreten und konnten uns überall wirklich sehen lassen. Auch zum Bezirksbundesfest nahmen wir mit großer Anzahl teil, wir waren hier neben dem Veranstalter Koslar die stärkste Bruderschaft des Bezirksverbandes Jülich. Selbst unser Königspaar, beide sind begeisterte Reitsport-Fans, hatten ob ihres Amtes auf den ihnen seit vielen Jahren lieb gewordenen Ausflug zum alljährlichen Aachener Reitturnier verzichtet um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Eine vorbildliche Einstellung, die ihres Gleichen sucht und durchaus auch nachahmenswert ist. Da Bezirksbundesfest stand übrigens ganz im Zeichen des Jubiläums des Bezirksverbandes Jülich, der in diesem Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblickte.

Wenn es auch nicht eine Errungenschaft unserer Bruderschaft ist, so sollte es doch auch einmal irgendwo in einer Chronik erwähnt werden, dass unsere Frauengemeinschaft sich seit einigen Jahren engagiert und jeweils einmal jährlich eine Maiandacht ausrichtet, die immer von sehr vielen Marienverehren besucht wird.

Auch ist es endlich einmal gelungen, im Rahmen der Aldenhovener Marienoktav einen Gotttesdienst für die Dekanatsschützen auf die Beine zu stellen. Hier nahmen wir selbstverständlich mit einer beachtlichen Anzahl an Schützenschwestern und -brüdern teil.

Ebenso selbstverständlich war die Hilfsbereitschaft unserer Bruderschaft am Pfarrfest der Pfarrgemeinde Aldenhoven, das am 4. September durchgeführt wurde. Es war schon sehr bedauerlich, festzustellen, dass hier immer weniger Menschen bereit sind, sich in der guten Sache zu engagieren. Wenn unsere Bruderschaft nicht zahlreich erschienen wäre, dann wäre dort einiges nicht auf den richtigen Weg gebracht worden.

Von uns beteiligten sich auch viele Helfer bei den Auf- und Abbauten, die für dieses Fest von Nöten waren.

Das Fest des hl. Matthäus bescherte uns früher immer das Patronatsfest. Jetzt aber seit einigen Jahren war abgesprochen, dass die Messfeier anlässlich des Patronates in die letzte Woche der Marienschlussoktav von Aldenhoven gelegt wurde uns so fand man sich am 9. September in der Matthäus Kapelle ein, um gemeinsam unserem Patron zu gedenken.

Dass der September ein Monat ist, der ganz voll gestopft mit Terminen ist, ist allseits bekannt. Das Wochenende um den 24. September sollte uns einige Aktivitäten bringen. Zunächst trafen sich die Offiziere am 24. um einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen. Der diesjährige Organisator Klaus Ulrich hatte schon die zweite Fahrt geplant, wie eine erste an Protesten von einigen gescheitert war. Dieser Ausflug aber sollte für alle wieder sehr interessant sein. Man startete mit dem Bus Richtung Aachen um dort eine Innenstadtführung zu unternehmen. Manch einer dachte wohl, dass es ziemlich langweilig hergehen müsste, da man Aachen doch eigentlich wie aus der Westentasche kennen sollte. Die Zweifler waren aber schnell ruhig gestellt und wir erhielten Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart von Aachen, die die meisten von uns noch nicht gehabt hatten. Die historische Führung zeigte uns auch auf warum Aachen den Status eines Kurbades durchaus verdient hat, denn immer wieder kam man an den verschiedensten Brunnen vorbei und unser Reiseführer wusste uns zu jedem einzelnen dessen Bedeutung zu erzählen.

Ganz besonders fiel den Zuhörern auf, das gerade Karl der Große Aachen nicht nur als Heimat ansah, sondern auch hier sehr gerne verweilte, weil er in Aachen die schönen Seiten des Lebens durchaus auszuleben verstand. Natürlich verstand es die Gruppe von Offizieren auch beim Abschluss in der Gaststätte Sevenich bei unserem Maikönigspaar Manuela und Arno Sevenich ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Das Manuela Sevenich sehr gute Arbeit geleistet hatte, fiel ganz besonders auf, denn das wirklich schmackhafte und opulente Mahl wurde restlos aufgeputzt und verursachte durchaus einiges Erstaunen über den Appetit des ein oder anderen.

So gestärkt konnte unsere Mannschaft am darauf folgenden Tag gleich zwei Ausgänge und zwar nach Freialdenhoven und Niedermerz bewältigen. Beide Umzüge wurden bestens besucht und so konnte man von einem gelungenen Wochenende sprechen.

Am 2. Oktober hieß es Erntedankgottesdienst auf dem Weiler. Die Pfarrgemeinde Niedermerz und die Bauernschaft des Weilers hatten eingeladen und so traf man sich in der Halle der Familie Kokerols um gemeinsam Erntedank zu feiern. Pastor Maqua hielt einen ergreifenden Gottesdienst vor einer bis auf den letzten Platz besetzten Halle. Ein sich an den Gottesdienst anschließender Familienfrühschoppen wurde auch von einer stattlichen Anzahl von Schützen besucht und man konnte einen gemeinsamen Tag in geselliger Runde verbringen.

Das Schützenjahr neigt sich dem Ende zu. Am 22. Oktober wurden die diesjährigen Vereinsmeisterschaften ausgetragen. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und hätte eigentlich eine große Beteiligung verdient gehabt. Dies war aber leider nicht der Fall. Man konnte feststellen, dass lediglich die aktiven Schießsporttreibenen an diesen Wettkämpfen teilnahmen, schade, aber auch leider nicht zu ändern. Trotzdem wurden hier sehr gute sportliche Ergebnisse erzielt, so dass man am Ende durch die sportlichen Pluspunkte insgesamt mit dem Turnier zufrieden sein konnte.

Genau auf dem Tag veranstaltete die Bruderschaft den St. Martins-Umzug. Auch hier konnte man von einer sehr guten Organisation sprechen. Schon einige Wochen vorher hatten sich die Frauen auf den Weg gemacht und bei der üblichen Haussammlung einen stattlichen Betrag zur Deckung der Kosten gesammelt. Diesen Frauen sei hier auch einmal ein herzliches Dankeschön auf Papier geschrieben, denn es ist eine schwere Arbeit und manchmal auch eine unangenehme dazu. Am Abend dann konnte die Bruderschaft auf wieder einmal eine riesige Zahl von Kindern schauen, die zunächst gespannt das Martinsspiel ansahen, dass man auf dem Rasen vor der Matthäus-Kapelle aufführte. Erstmals fungierte unser Brudermeister Freddy Höppener als St. Martin. Er erhielt großes Lob von allen Seiten, vor allen Dingen von der Pferdeführerin, die ihm bescheinigte, der erste St. Martin zu sein, der alleine das Pferd besteigen konnte.

Es waren wieder vier Jahre vergangen und so hieß es in der Pfarre Niedermerz am 5. November Firmung der Kinder. Unser Bischof Heinrich Mussinghoff führte die Firmung selber durch. Die Beteiligung unserer Schützen hätte noch etwas besser ausfallen können, denn man wohnte einem wirklich gut tuenden Gottesdienst bei.

Eine Woche später hatte der Pfarrgemeinderat Niedermerz und Pastor Maqua eingeladen zu einer Aussprache mit unserem Bischof. Auch vier unserer Vorstandsmitglieder durften dieser Veranstaltung beiwohnen und den Worten unseres Bischofs lauschen. Man diskutierte über zwei Stunden über die Probleme, die die Kirche hat und hatte auch Gelegenheit, dem Bischof die Bedenken der Pfarrgemeinde näher zu bringen. Für uns erzählte unser Brudermeister dem Bischof, dass die Bruderschaft nach der Umsiedlung 1989 sehr gut und liebevoll in die Pfarrgemeinde Niedermerz aufgenommen worden war und dass wir uns in Niedermerz und hier ganz besonders bei unserem Präses Pfarrer Maqua sehr wohl fühlen.

Unser letzter Auftritt in Uniform ist normalerweise der Volkstrauertag. Eine stattliche Anzahl von Schützen begleitete die Offiziellen der Gemeinde zum Kriegerdenkmal, wo wir den Worten von Bernd Jansen folgten, der seinen erkrankten Vater als Ortsvorsteher vertrat.

Noch einmal die Uniform anziehen mussten unsere Offiziere, denn Anfang Dezember hieß es Bezirksdeligiertentagung. Normalerweise ist dies kein Punkt, der in einer Vereinschronik aufgeführt wird, aber in diesem Jahr war etwas Erwähnenswertes auch für unseren Verein zu vermerken. Unser Jungschützenprinz Marcel wurde in der Pfarrkirche Dürboslar zum Bezirksprinzen gekrönt. Es war ein herrlicher Gottesdienst und es tat besonders gut, dass so viele der Segnung von Marcel beiwohnten. Nicht die Zahl der Offiziere war erwähnenswert, nein es waren die vielen Damen unserer Bruderschaft, die unserem jungen Prinzen bei seiner Krönung begleiteten. Auch hatte Inge Tolsma die komplette Schülermannschaft versammelt, eine wirklich schöne Geste. Die sich anschließende Versammlung nahm den üblichen Verlauf.

Eine Woche später trafen sich die Schüler am Schießstand zum üblichen Trainingsschießen. Hier wurden alle ein wenig überrascht, denn die beiden Betreuer hatten kurzerhand eine kleine Weihnachtsfeier vorbereitet. Es sollte nichts Großartiges sein, sondern lediglich ein schöner Abschluss eines wirklich erfolgreichen Jahres der Schülermannschaft. Bei einigen Leckereien unterhielten sich die Kinder wirklich recht gut. Eine besondere Überraschung war dann der Besuch des Weihnachtsmannes, dargestellt vom Schießmeister Hans Rennett. Hans las zu jedem einzelnen Schülerschützen einige Dinge vor, natürlich überwiegend die positiven. Diese im abgelaufenen Jahr festgestellten Eigenschaften der Schüler hatte Stefan Tolsma sehr akribisch aufgezeichnet und zeigte auf, was man so im abgelaufenen Jahr beobachtet hatte.

Als besonderes Schmankerl lud Hans Rennett die Mannschaft nach Schalke ein, um dort den Biathlonwettbewerben beizuwohnen. Diesen Ausflug unternahm die Truppe am 30. Dezember. Hier konnte man einmal die Atmosphäre eines solchen Wettkampfes schnuppern und die Athleten hautnah erleben.

Am Sebastianusfest der Schützenfreunde aus Aldenhoven besuchten einige wenige Mitglieder unserer Bruderschaft den Königsvogelschuss im Hause Schäfer. Das ist ein seit vielen Jahren gegenseitiger Besuch, der immer bei der jeweiligen Bruderschaft sehr erfreut aufgenommen wird.

Am gleichen Tag, es war der 21. Januar 2006, feierte unsere Bruderschaft aber auch noch ihr Jahresabschlussfest. Vor einem vollen Haus konnte unser Brudermeister alle Teilnehmer recht herzlich begrüßen. Selbstverständlich waren auch die hohen Herrschaften der Bruderschaft anwesend und so freute man sich besonders über den Besuch unseres Präses Pfarrer Maqua und den Majestäten Rita und Norbert Pinell sowie dem Prinzen Marcel Höppener. Ein herzlicher Gruß ging an diesem Abend aber auch den treuen Mitgliedern aus Pützdorf, die unsere Bruderschaft schon seit vielen Jahren treu begleiten. Freddy Höppener ernannte kurzer Hand unseren Offizier Walter Böttcher zum Botschafter von Pützdorf, was man natürlich im Laufe des Abends noch oft zu hören bekam. Insgesamt verlief der Abend sehr angenehm. Man feierte bei guter Stimmung und bester Unterhaltung bis in den frühen Morgen. Im Laufe des Abends konnte unser Schießmeister Hans Rennett die Vereinsmeister des Jahres ehren und den guten Schützinnen und Schützen ihre Auszeichnungen überreichen. Das besondere an diesem Abend war aber die große Ausdauer unserer Majestäten. Alle drei, sowohl das Königspaar, wie auch der Prinz ließen es sich nicht nehmen, die Veranstaltung höchst persönlich abzuschließen und gegen Morgen als Letzte eine angenehme Feier zu verlassen.

Ein weiteres Jahr unserer Schützen war damit abgeschlossen und man kann sich erhobenen Hauptes auf ein gutes Schützenjahr zurückblicken. Gottes Segen war uns erneut holt und so konnte ja auch nur alles positiv ausgehen. Unser Dank gilt hier allen, die sich um den Verein ein weiteres Jahr bemüht haben.

Alles Gute St. Matthäus Schützen.